Der Heimatort

Das dorf Riedböhringen

Der Ort Riedböhringen wird erstmals 1262 urkundlich als „Behringen“ erwähnt. Er war als Reichenauer Lehen im Besitz der gleichnamigen Herren von Behringen. 1362 ging der Ort vom Kloster Reichenau an den Grafen Friedrich von Fürstenberg über. Bis 1806 blieb er fürstenbergisch. Danach wurde er dem Großherzogtum Baden unterstellt. Am Rande sei erwähnt, dass bereits 531 Jahre vor der Eingemeindung nach Blumberg auch die damaligen Herren von Bluomberg Rechte auf das Dorf anmeldeten. Die Entscheidung des Schiedsgerichts im Jahre 1441 fiel damals aber noch zu Ungunsten der Blumberger Herren aus.

Die Endung im Namen deutet darauf hin, dass der Ort bereits auf eine alemannische Ansiedlung im 3. Jahrhundert n.Chr. zurückgeht. Weiterhin belegen die Funde von Hadrian-Münzen, dass auch anschließend die Römer diesen Standort nutzten. Er lag an ihrer damals strategisch wichtigen Nord-Süd-Achse von Windonissa (Windisch/Schweiz) über Brigobanne (Hüfingen) nach Areaflaviae (Rottweil).

Dass sich darüber hinaus in dieser Gegend bereits im 5. Jahrhundert v.Chr. Kelten niedergelassen hatten, belegen die gefundenen Tonscherben der Bandkeramiker auf dem Bürglebuck bei Riedböhringen. Er gilt als die älteste Fundstätte der Baar.

Im 20. Jahrhundert waren es zwei Riedböhringer, die den Ort über die nähere Umgebung hinaus bekannt machten. So war es der 1881 in Riedböhringen geborene Franz Xaver Honold, der 1926 seine Anwaltspraxis in Karlsruhe aufgab, um seiner Berufung zum Badischen Gesandten und Reichsbevollmächtigten nach Berlin zu folgen. Sowie der im selben Jahr geborene Kardinal Augustin Bea, der dem Ort Riedböhringen über die Grenzen Deutschlands hinaus einen Namen machte.

In dem im Jahre 1972 mit einer Gesamtgemarkung von 1350 Hektar nach Blumberg eingemeindeten Riedböhringen hat sich in den letzten Jahren zweifellos ein Strukturwandel vollzogen. Im früher fast ausnahmslos bäuerlich geprägten Dorf ist die Landwirtschaft immer mehr in den Hintergrund getreten. Dennoch findet auch heute noch das Dorfleben mit seinen Tradition und Geschichten einen Platz. Riedböhringen zählt heute knapp tausend Einwohner.

 

Riedböhringen bietet auch für Touristen ein attraktives und interessantes Ausflugsziel. Über das Kardinal-Bea-Museum und der Kirche St. Genesius hinaus ist ein Einblick in eine Schokoladen-Manufaktur (chocolate-dreams) sowie eine gemütliche Einkehr im Gasthaus Kranz möglich. Auch die Umgebung Riedböhringens ist für Naturliebhaber ein Genuss. Durch eine Vielzahl von Wegen durch Wald und Flur können die Besonderheiten und die Schönheit der Baar erlebt werden.

Die baar

Zwischen Schwarzwald und Bodensee, in der Südwestecke Deutschlands, liegt die Hochebene der Baar. Vom Rande des Schwarzwalds bei Villingen sich ausbreitend, bietet sich in herber Schönheit das weite Land mit seiner „hellen Luft und dem hohen Himmel“ dar. … Ein Land, reich an Geschichte und Kultur, an historischen Bauten mit betonter Eigenart (Staffelgiebel), an eigenständiger Kunst und schöpferischen Menschen; beschenkt mit einer seltenen und wertvollen Pflanzenwelt und reichem Tierleben, mit vielseitigen Gesteinsarten aus den erdgeschichtlichen Zeiträumen. Ein geheimnisvolles Land! … Brigach und Breg, Donau und Neckar durchströmen das Land. Die Berge, die aus dem etwa 800m hohen Plateau bis zu nahezu 1000m herausragen, schauen wie Hügel drein, so der Fürstenberg (919m), der Eichberg (914m). Das Klima ist rauh und kalt („Badisch-Sibirien“), der Boden fruchtbar, ein „Brotland“, in dem das Korn in Fülle reift.